Menschenrechte im Fokus

Wir setzen uns als medizinisches Fachpersonal auf unabhängiger und wissenschaftlicher Grundlage für den Schutz der Menschenrechte ein und dokumentieren deren Verletzungen insbesondere im Gesundheitskontext.

Eskalierende Gewalt gegen landesweite 
Proteste im Iran

Seit dem 28. Dezember 2025 gehen iranische Sicherheitskräfte mit tödlicher Gewalt gegen landesweite Proteste vor. Nach dokumentierten Berichten von Amnesty International und Human Rights Watch wurden bislang mindestens 28 Menschen, darunter auch Kinder, in 13 Städten getötet. Hunderte weitere Personen wurden willkürlich festgenommen und sind einem hohen Risiko von Folter und Misshandlung ausgesetzt.

Die Menschenrechtsorganisationen belegen den Einsatz von Schusswaffen, Schrotmunition, Tränengas und massiver körperlicher Gewalt gegen überwiegend friedlich demonstrierende Menschen. Besonders stark betroffen sind die Provinzen Lorestan und Ilam, in denen vor allem kurdische und lurische ethnische Minderheiten leben.

Die Repressionen gehen einher mit massenhaften willkürlichen Festnahmen, nächtlichen Hausdurchsuchungen sowie dem Verschwindenlassen von Personen. Unter den Inhaftierten befinden sich auch Minderjährige ab 14 Jahren. Viele der Festgenommenen werden ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten und sind dadurch besonders gefährdet.

Zur Dokumentation der Ereignisse führten Amnesty International und Human Rights Watch in den vergangenen Tagen Interviews mit 26 Personen im Iran, darunter Menschenrechtsverteidiger:innen, Journalist:innen und medizinisches Fachpersonal. Zusätzlich wurden offizielle Stellungnahmen staatlicher Stellen ausgewertet sowie zahlreiche verifizierte Videoaufnahmen analysiert. Eine von Amnesty International beigezogene unabhängige Pathologin bzw. ein Pathologe untersuchte zudem Bildmaterial von verletzten und getöteten Demonstrierenden.

Forderungen der Menschenrechtsorganisationen

Der rechtswidrige Einsatz tödlicher Gewalt durch iranische Sicherheitskräfte muss unverzüglich beendet werden.

Alle Personen, die ausschließlich wegen der friedlichen Ausübung ihres Versammlungsrechts inhaftiert wurden, müssen sofort und bedingungslos freigelassen werden.

Die Verantwortlichen müssen im Rahmen der internationalen Strafverfolgung nach dem Weltrechtsprinzip zur Rechenschaft gezogen werden. Staatsanwaltschaften weltweit werden aufgefordert, entsprechende Ermittlungen einzuleiten und Haftbefehle zu prüfen.

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